Minori Nishikawa aus Japan am Steinofen

 

Die 27-jährige Ninori Nishikawa flog um die halbe Welt, um in der Schlossbäckerei Lehman zu lernen, wie man Brot und Brötchen backt 

 

Aus der ganzen Umgebung, Remscheid, Wuppertal und anderen bergischen Städten kommen Kunden wegen des Steinofenbrotes von Bäcker Volker Lehmann nach Hückeswagen.Minori Nishikawa ist deshalb extra aus Japan angereist. Die 27-jährige Japanerin aus Osaka nimmt an einem Kulturaustauschprogramm des Kultusministeriums teil. Ihr Wunsch: Die deutsche Brotkultur hautnah kennenzulernen. Das Frankfurter Unternehmen Euro-Japan Travel Consulting organisierte den Austausch im Namen des NRW-Kultusministeriums. "Die haben mich eines Tages angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, einer Japanierin für eine Woche einen Praktikumsplatz anzubieten." Volker Lehmann überlegte nicht lange. Minori Nishikawa möchte den Alltag in einer deutschen Bäckerei kennenlernen.

Volker Lehmann wurde für den außergewöhnlichen Kulturaustausch ausgesucht, weil er als traditioneller Bäcker weit über Hückeswagen hinaus bekannt ist. "Ich beteilige mich schon seit zwei Jahren an dem Projekt "Profil statt Preiskampf®", das von der Gewerbeförderungsstelle NRW und der EU gefördert wird." Dadurch ist man im Ministerium auf die Schloss-Bäckerei in Hückeswagen aufmerksam geworden.

Minori Nishikawa liebt die Beatles, lieblichen deutschen Wein und vor allem deutsches Brot. Das bekommt man auch in ihrer Heimatstadt Osaka. "Es schmeckt wunderbar", erzählt die zierliche Japanierin , die sich in Deutschland auf Englisch verständigt." Sie möchte auch den deutschen Alltag kennenlernen", erzählt Lehmann. "Deshalb wohnt sie während des Praktikums auch bei uns."

Das deutsche Essen unterscheidet sich doch sehr von ihrer gewohnten Kost. Aber es schmeckt ihr.

"German food - I like it", sagte sie lächelnd. "Dabei gab es nur Brot, Wurst und Käse", ergänzte Volker Lehmann.

Gestern begann Minori Nishikawas erster Arbeitstag in der Bäckerei - um 3:00 Uhr morgens. Eine Zeit, an die sich die Japanierin gewöhnen muss. Beruflich hat sie eigentlich gar nichts mit dem Bäckereihandwerk zu tun. Daheim in Osaka arbeitet sie als gelernte Schaufensterdekorateurin.

An ihrem ersten Arbeitstag gestern durfte sie gleich den Steinbackofen mit Holz anfeuern. Lehmann: "Sie war so begeistert, das möchte sie jeden Tag machen." Eine Woche hat die junge Japanerin Zeit, die deutsche Brotkultur kennenzulernen und darüber hinaus Land und Leute.

 

Textquelle: RGA von Dienstag, 23. Januar 2007